Mittwoch, 28. Januar 20092009: Der Kampf gegen Spams geht weiter
Eigentlich wollen wir von bigmouthmedia keinen Jahresrückblick geben, aber wir halten es doch für wichtig, über das Jahr 2008 als „das Jahr der intelligenten Internet- Kriminellen“ zu berichten.
Tagtäglich sind die E-Mail-Briefkästen der Internet-User voll von Spam-Mails. Offensichtlich sind die meisten davon Junk-Mails. Haben Sie mal wieder eine Million in der schwedischen Lotterie gewonnen? Haben Sie tatsächlich jemals davon gehört? Wer ist wirklich so blöd, darauf hereinzufallen?!
Leider ist es wahr – die Arroganz, die aus der täglichen Internetnutzung entstand, hat eine Plattform für professionelle Internet-Kriminelle geschaffen. Einige von ihnen suchen ständig nach neuen und smarteren Arten, um auf Ihren Computer Zugriff zu bekommen. Am bekanntesten ist der „Scareware Scam“.
Laut der Computer-Sicherheitsfirma Finjan wurden bis zu 5 Millionen Menschen Opfer des Scareware Scams. Hinterhältige, kriminelle Firmen bereiteten den Betrug so vor, dass sie mit sogenannten „kostenlose Viren-Checks“ auf öffentlichen Webseiten warben. Der unbedarfte User lud sich die Software herunter, die ihm mitteilte, dass sein Computer mit Spyware, Viren und von Pornografie befallen sei.
Jedoch: Das Ergebnis war Betrug! Mehr als 5 Millionen Menschen kauften sich daraufhin die „heilende Software“, um das angebliche Problem zu beheben.
Solche „Cyber Scams“ wurden dank einer Untersuchung der Federal Trade Commission (FTC) aufgedeckt. Bei den Recherchen hatte die FTC hauptsächlich zwei Firmen im Fokus und begann ihre Razzia bei Scareware Scams. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Firmen bereits Millionen mit echten Sicherheitsprodukten wie beispielsweise WinFixer, DriveCleaner und XP Antivirus verdient.
Daraufhin fiel für eine kurze Zeit im November der Spam-Level auf 64.1 Milliarden Nachrichten pro Tag, danach stieg er allerdings wieder auf die Rekordzahl von fast 100 Milliarden an.
Die Vorhersagen für 2009 sind düster. Finjan glaubt, dass Entlassungen in der IT-Branche – ein Ergebnis der Finanzkrise – zu einem Anstieg der Internet-Kriminalität führen werden. Wenn tausende von Programmierern ohne Einkommen sein werden, so vermutet Finjan, werden viele ihr Know-how für kriminelle Machenschaften im Internet nutzen.
Das Problem liegt darin, dass, mit einer wachsenden Zahl an Computer-Experten, in der kriminellen Online-Szene auch immer ausgefeiltere Scams im Internet auftauchen werden – und wir werden irgendwann wieder genauso unbedarft neuen Spams gegenüber stehen, wie damals, als die ersten Spam-E-Mails auftraten.