Freitag, 9. Juli 2010Die Times verlangt auf ihrer Website Gebühren für ihre News

Rupert Murdochs Plan, für Online-News-Gebühren zu verlangen, tritt heute in Kraft. Ab sofort stellen die Times und Sunday Times ihren Lesern den Zugriff auf die Nachrichten auf ihrer Website in Rechnung.
News International, die britische Tochtergesellschaft von Murdochs News Corporation, hatte Anfang des Jahres bereits angekündigt, ihren Nutzern den Zugang zu den News zu berechnen. Diese Ankündigung war die Reaktion auf eine gesunkene Leserschaft und zurück gegangene Werbeeinnahmen.
Da Online-Werbung weiterhin die Printmedien überholt, bleibt es abzuwarten, ob die Nutzer für die Inhalte ihrer Lieblingsmedien bezahlen, oder sich für kostenlose Alternativen wie
Google News entscheiden.
The Times berechnet dem Leser 1£ für einen 1-Tag-Zugang zu seinen Websites, oder 2£ für ein Abonnement für eine Woche. Die BBC News berichtet, dass der Verlag ein Einführungsangebot anbietet, das den Abonnenten den Zugang für einen Monat für nur £1 ermöglicht, um die Akzeptanz dieses neuen Geschäftsmodells in diesem kritischen Anfangsstadium zu fördern.
Seit der Einführung des Abos im letzten Monat im Vorfeld der angekündigten Gebühren, ging die Zahl der Leserschaft um 60 Prozent zurück, und wird vermutlich durch die erhobenen Gebühren einen weiteren Rückgang verzeichnen.
Allerdings ist News International optimistisch im Hinblick auf das neue Geschäftsmodell. Sie denken, dass ihre Gebühren niedrig genug sind, um die Leser nicht zu vergraulen. Die restliche britische Printmedienwelt verfolgt deren Fortschritte mit wachsamen Augen.
„Wir sind mit der Resonanz der Leser seit dem Start sehr zufrieden", sagte International Chief Executive von News International Rebekah Brooks.
„Wir glauben, dass die neuen Websites einen echten Mehrwert bieten und wir freuen uns darauf, weiterhin zu investieren und Innovationen für unsere Leser einzuführen."
Robin Goad, Analyst bei Experian Hitwise räumte ein, dass der Rückgang des Traffics auf den Seiten der Times nach der erstmaligen Einführung eines Abonnements "geringer war, als viele erwartet hätten", und nannte es "einen ganz positiven" Wert.