Mittwoch, 14. Juli 2010

Entscheiden englische Facebook-Nutzer über Sparmaßnahmen ihrer Regierung?

Entscheiden englische Facebook-Nutzer über Sparmaßnahmen ihrer Regierung? Premier Minister Cameron und Facebook-Gründer starten eine gemeinsame Aktion, Anregungen von Facebook-Nutzern über Kürzungen im Sozialbereich einzuholen.

Aus der Downing Street Nummer 10 wurde so eben ein neuer Plan bekannt gegeben, der die geplanten Einsparungen der Regierung betrifft. Die Bürger werden dazu aufgerufen, via Facebook Vorschläge über die Kürzungen im Land vorzubringen.

Eigens dafür hat Facebook jetzt einen „Spending Challenge Channel” eingerichtet, der als eine Art Erweiterung der bereits vorhandenen Seite bei den Vorwahlen fungieren wird. Nutzer der Social-Networking-Seite können im Vorfeld des Ausgabenberichts Anregungen bezüglich des Budgets direkt an die Regierung richten.

In einer Video Konferenz mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zeigte sich Premierminister David Cameron begeistert von der Idee.

„Wir freuen uns sehr, dass uns Facebook bei dieser schwierigen Herausforderung bei den Ausgaben unterstützt.“

„Es gibt einen enormen Willen zum Engagement von Bürgerseite. Die Menschen wollen ihre Meinung sagen und die Dinge in die Hand nehmen. Mit dieser Facebook-Initiative geben wir unseren Mitbürgern hierzu die Möglichkeit, und ich bin sicher sie werden sie zu nutzen wissen.“

George Osborne, Schatzkanzler unter der Regierung Camerons, adressiert in der Zeitung “The Sun” die Bürger direkt: „Ihr zahlt die Steuern, die unsere öffentlichen Projekte finanzieren, also solltet ihr auch mitreden, wenn es darum geht, wie wir diese verbessern können.”

Die Koalitionsregierung wird dies unterstützen, indem “ernstgemeinte Ideen an Offizielle im Finanzministerium und andere Regierungsämter weitergeleitet werden.“

Zuckerberg setzt sich ebenfalls sehr für die Initiative ein. Im Gespräch mit dem Premier sagte er: „Es ist sehr innovativ, seine Politik auf diese Weise zu öffnen und die Öffentlichkeit mit einzubeziehen, dadurch entsteht echter sozialer Austausch.“

Die vorgesehenen Budgetkürzungen führten bereits zu Kritik aus den Gewerkschaften und der Opposition. Die Labour Partei behauptet, die Kürzungen basieren auf Ideologie und nicht auf Wirtschaftsrealität.
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