Donnerstag, 14. Januar 2010Google stellt seine Strategie für China vor

Der Suchmaschinen-Gigant
Google hat in einer Pressemitteilung seine neue Strategie für China vorgestellt: Diese Ankündigung ist eine Reaktion auf die sehr raffinierte Cyber-Attacke auf
Google und andere Unternehmen in China.
Im
offiziellen Google-Blog erklärte David Drummond, Chef der Rechtsabteilung, dass die Attacke auf die
Suchmaschine Mitte Dezember 2009 entdeckt wurde. Die Beweise deuten daraufhin, dass die Gmail-Konten der chinesischen Menschenrechtsaktivisten das Ziel des Angriffs seien.
Google zufolge soll der Versuch weitestgehend gescheitert sein. Es scheint, als ob nur zwei Konten geknackt worden wären. Die Hacker hätten dabei nur Zugriff auf die Basis-Kontodaten, aber nicht auf die Inhalte der E-Mails gehabt. Eine unabhängige Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass sich Dritte regelmäßig Zugriff auf die Konten „Dutzender“ von Gmail-Nutzern und Menschenrechtsaktivisten in den USA, Europa und China verschafft hätten.
Google versicherte seinen Nutzern, dass sie die Sicherheit aufgrund dieser Erfahrungen
erhöht haben. In dem
Blog heißt es weiter: „Wir haben uns für den ungewöhnlichen Schritt entschieden, mit einer breiten Masse öffentlich über diese Angriffe zu sprechen. Der Grund dafür sind nicht nur die Sicherheit und die Verletzung der Menschenrechte, sondern weil diese Informationen auch maßgeblich für eine viel größere, globale Debatte über die Meinungsfreiheit sind.“
Im Zusammenhang mit diesen Angriffen wollte Google sein Engagement in China überdenken. Das sieht auch Googles Weigerung vor, weiterhin die Suchergebnisse in der chinesischen
Suchmaschine google.cn zu zensieren. Google ist sich bewusst, dass dieser Schritt bedeuten könnte, google.cn abschalten und seine Büros in China schließen zu müssen.
Auf dem Google Blog ist weiterhin zu lesen: „Die Entscheidung unsere Geschäfte in China zu überdenken war ein sehr schwieriger Schritt und wir sind uns dessen bewusst, dass es weitreichende Konsequenzen mit sich bringt. Die Entscheidung hat das Management in den USA getroffen, ohne dass die Google-Beschäftigten in China, die hart daran gearbeitet haben,
Google.cn erfolgreich zu machen, davon gewusst haben oder in die Entscheidung einbezogen waren. Wir sind sehr bemüht, diese sehr komplizierte Angelegenheit verantwortungsvoll zu lösen.“