Iran plant, Google Gmail zu sperren

Iran plant, Google Gmail zu sperren Die Nachrichten um Googles neuen Service Google Buzz und den Erweiterungen von Gmail wurden von der Ankündigung der iranischen Telekommunikationsorganisation überschattet. In der Ankündigung hieß es, dass der Iran dauerhaft den E-Mail-Service des Suchmaschinen-Giganten aus Mountain View vom Netz nehmen möchte.

Laut Berichten des Wall Street Journals plant die iranische Regierung, einen nationalen E-Mail-Service für ihre Bürger einzuführen und zugleich internationale Services wie Gmail zu sperren. Googles Service ist bei den Iranern vor allem wegen seinen Sicherheitsfunktionen sehr beliebt.

Als iranische User am Mittwochnachmittag auf ihr Gmail-Konto zugreifen wollten, wurden ihnen ihre Kontakte als offline angezeigt, was aber nicht der Fall war. Selbst iranische Nutzer in anderen Ländern hatten mit den Störungen zu kämpfen. Der iranische Online-Aktivist Nikahang Kowsar, der Gmail in Toronto nutzt, erklärte gegenüber dem Wall Street Journal: „Ich konnte Google-Chat für etwa zehn Minuten nutzen, bevor die Verbindung immer wieder abbrach.“

“Nutzer im Iran haben uns gemeldet, dass Sie keinen Zugriff auf Gmail hätten. Wir können einen deutlichen Rückgang im Traffic bestätigen. Wir haben unsere eigenen Netzwerke überprüft und sie arbeiten alle einwandfrei. Wann immer eine Störung in unseren Services vorliegt, versuchen wir diese umgehend zu beheben. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass alle Menschen die Möglichkeit haben sollten, online frei zu kommunizieren“, so ein Google-Unternehmenssprecher.

In einer offiziellen Erklärung wurde der Schritt mit der Entwicklungsförderung von lokalen Internet-Services begründet, auch wolle die Regierung damit das Vertrauen ihrer Bürger in sich stärken. Experten für Internetsicherheit jedoch werten das als weiteren Regierungsversuch, den iranischen Cyberspace zu kontrollieren.

Genährt wird dieser Verdacht durch die Enthüllung, dass die iranische Opposition bei den Wahlen letztes Jahr ihre größte Unterstützung über soziale Medien wie Twitter und Facebook erhielt.

Sie gehen davon, dass dieser Schritt die Antwort auf Googles provokante Ankündigung, mit der National Security Agency (NSA) in den USA zusammenzuarbeiten, sei. Die NSA soll Google bei seinen jüngsten Sicherheitsproblemen in China helfen. Richard Stiennon, Gründer der Internetsicherheitsfirma IT-Harvest, äußert sich folgendermaßen: „Der Iran könnte das als signifikantes Sicherheitsrisiko werten.“

Das US-State-Department sagte, dass es nicht bestätigen könnte, ob der Iran tatsächlich plane, Google auszusperren, aber die Bemühungen der Regierung ihren Bürgen Informationen vorzuenthalten würde scheitern.
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