Mittwoch, 17. Dezember 2008Online-Shopping wird immer beliebter – auch vom Büro aus
Von Stefan Benaburger, Teamleader EditorialDas Einkaufen im Internet ist bei den Käufern in Großbritannien beliebter denn je – aus einleuchtenden Gründen. Erstens erspart man sich das Gedränge in überfüllten Kaufhäusern und Fußgängerzonen, und zweitens spekulieren viele auf bessere Schnäppchenangebote im Internet.
Sicherlich veranlasst auch das kurz bevorstehende Weihnachtsfest die Menschen verstärkt zu Shoppingtouren im Internet. Hinzu kommt, dass der zweite Montag im Dezember, der sog. „Cyber-Montag“ oder auch „Mega-Montag“, als der umsatzstärkste Online-Shoppingtag des gesamten Jahres gilt. So werden durch die Heerscharen von Sofa-Shoppern für Dezember 2008 im eCommerce Umsätze in Höhe von 320 Millionen Pfund erwartet.
So wurde prognostiziert, dass in nur einer einzigen Stunde – und zwar in der Zeit zwischen 13 und 14 Uhr, also während der regulären Mittagspause in vielen Büros ein Umsatz von 28 Millionen erzielt werden würde. Der zweite Umsatzhöhepunkt wird dann aller Voraussage nach zwischen 18 und 21 Uhr auftreten. So sagen Experten für das Jahr 2009 generell auch voraus, dass Online-Shopping vom Arbeitsplatz aus immer beliebter werden soll. So wird die Anzahl der Online-Shopper in UK, die ihre Weihnachts-Einkäufe im Internet vom Schreibtisch aus erledigen, auf mindestens 5,2 Millionen geschätzt.
Weiterhin wird für das laufende Weihnachtsgeschäft erwartet, dass sich zehn Prozent aller Online-Shopper ihre Einkäufe sogar ins Büro liefern lassen. Dieser allgemeine Anstieg der „Büro-Shopper“ hat womöglich damit zu tun, dass sich viele Chefs und Vorgesetzte gerade zur Weihnachtszeit etwas kulanter zeigen, wenn ihre hart arbeitenden Angestellten einen Teil ihrer dringend anstehenden Einkäufe vom Schreibtisch aus tätigen. Hat sich doch diese Form des Shoppings als viel zeitsparender erwiesen, als sich in der Mittagspause durch überfüllte Shopping-Malls zu kämpfen und dann oftmals noch die Mittagspause überziehen zu müssen.
Der UK-Einzelhandelsverband IMRG erwartet, dass der Online-Handel während des Weihnachtsgeschäftes Umsätze in Höhe von 13,6 Milliarden Pfund erwirtschaftet. So sehen denn auch die großen Internet-Händeler wie Amazon und „play.com“ sehr zuversichtlich dem Ende des Weihnachtsgeschäftes entgegen. Schon allein aus dem Grund, da sie die typischen Geschenke wie CDs und DVDs einfach viel günstiger anbieten als die vielen Geschäfte und Kaufhäuser in den Fußgängerzonen des Landes.
Die Entwicklung im Kaufverhalten, dass immer mehr Konsumenten viel Zeit darauf verwenden, nach den besten Angeboten für ihre Weihnachtseinkäufe im Internet zu suchen, überrascht nicht wirklich. Zwingt doch die drohende Wirtschafts-Rezession einfach viele Käufer zum Sparen und zur Suche nach den preisgünstigsten Angeboten – schließlich will man Weihnachten ja auch nicht ausfallen lassen. Dieser Entwicklung haben viele Handelsketten mittlerweile auch Rechnung getragen, indem sie vor allem in ihren Online-Shops begehrte Waren oft bis zu 20 Prozent günstiger anbieten als im regulären Verkauf. So haben nicht nur die großen Handelsketten, sondern auch die Schnäppchenjäger momentan Hochsaison.