Dienstag, 17. Februar 2009Social-Networking-Seiten wollen schärfere Sicherheitsstandards
17. Februar 2009Vor dem Hintergrund, dass auf MySpace kürzlich die Profile von 90.000 Sexualstraftäter gelöscht wurden, soll dieser Schritt das Internet kinderfreundlicher machen – die Europäische Kommission hat ein Abkommen mit Internetunternehmen abgeschlossen, um Kinder und Jugendliche online besser zu schützen.
Die Abmachung schließt 17 der großen Netzwerke wie Facebook, MySpace und Bebo mit ein. Sie unterschrieben im April dieses Jahres entsprechende Veränderungen auf ihren Seiten vorzunehmen. Weitere beteiligte Seiten sind YouTube, Daily Motion und Habbo Hotel.
Die Veränderungen sollen höhere Sicherheitsstandards für Kinder und bessere Systeme zur Bekämpfung von Cyberbullying mit sich bringen. Cyberbullying beinhaltet das wiederholte Verspotten einer Person im Internet, diese via E-Mails zu hänseln oder die Nutzung von Foren, um jemanden zu verletzen, zu demütigen oder zu isolieren.
Beispielsweise soll Missbrauch in Zukunft mit einem Klick zur Anzeige gebracht werden können. Während einige Seiten das Problem erst angehen müssen, haben andere bereits Maßnahmen getroffen, um ihre User zu schützen.
Viviane Reding, die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, meinte dazu: „Soziale Netzwerke florieren in Europa, stärken unsere Wirtschaft und machen die Gesellschaft interaktiver – solange Kinder und Jugendlicher ihnen vertrauen können und die richtigen Werkzeuge haben, die sie absichern, wenn sie neue „Freunde“ gewinnen und online persönliche Details teilen.“
Das Abkommen wurde passend zum Safer Internet Day abgeschlossen, der dieses Jahr auf den 10. Februar fiel. Eine Umfrage von Eurosurvey in 2008 ergab, dass 54% der europäischen Eltern besorgt sind, dass ihr Kind im Internet schikaniert werden könnte.
Das neue Arrangement kommt in der Woche nach zwei wichtigen Entwicklungen zur allgemeinen Online-Sicherheit. Zum einen gab es eine Kampagne amerikanischer Staatsanwälte die Verschärfung der Regeln in Social Networks betreffend, in deren Folge MySpace 90.000 registrierte Sexualstraftäter ausschloss. Zum anderen entschieden die Mitglieder des Europäischen Parlaments, dass Erwachsene, die im Internet Freundschaften zu Kindern mit der Absicht des sexuellen Missbrauchs suchen, bestraft werden sollen.