Mittwoch, 20. Mai 2009Traditioneller Journalismus kann nicht mehr mithalten, sagt Google.

Bei einem Meeting des Handelskomitees des US-Senats schauten die großen Zeitungen und Publikationen eher skeptisch auf die kessen Ideen des Internet-Riesen
Google.
Die
Suchmaschine brüstet sich schon lange mit seinen Erfolgen in Sachen Bereitstellung und Nutzung von Nachrichten. Im März dieses Jahres bekam
Google ungewollte Aufmerksamkeit aus dem Medienbereich. Das Suchmaschinen-Ranking der Google News ist von anderen Faktoren abhängig als im traditionellen Pressebereich üblich. Dieses wollten die großen Nachrichtenpublikationen eindämmen.
Unterdessen gibt es aktuell Anzeichen, dass Google immer mehr selbst zum Verleger wird, eine Entwicklung, die in der Medienbranche Wellen schlagen wird, sollte das so weitergehen.
Hatte wenigstens Melissa Mayer, Googles Vizepräsidentin im Bereich Produkte, ein paar tröstende Worte für Journalisten und die großen Verleger, als sie diese Woche im Kongress vorsprach? Dem Protokoll nach zu urteilen anscheinend nicht.
Stattdessen, wobei Google vor allem die Wünsche der Journalisten respektieren möchte, deutete sie an, dass diese einiges für sich selbst tun könnten, wenn sie sich an dem Ansatz von Wikipedia orientieren würden. „ Bedenken sie, wie viel mehr Aussagekraft und Autorität Nachrichten damit bekommen könnten, wenn sie auf einer einzigen permanenten URL- Adresse veröffentlicht werden würden. Es wäre eine lebendige, sich ständig verändernde und ständig aktualisierte Plattform.
„Diese Praktiken kann man heute schon auf Wikipedia und auf den Themenseiten der New York Times Website beobachten. Das Resultat ist eine richtungsweisende Seite mit einem beständigen Bezugspunkt, die über die Zeit immer mehr an Einfluss und Nutzern gewinnt.“
Dann legte sie dar, in wie fern dies Spielraum für eine Aufweichung der alten Strukturen lassen würde. Die Folge wäre ein Nachrichtenmodel, welches viel interaktiver wäre als die jetzige Praxis „von Journalist zum Leser über ein seriöses Medium “. Einen Ansatz den wir alle kennen und den die meisten von uns auch sehr schätzen.
Keiner kann Google vorwerfen in Sachen Innovationen hinterher zu hinken, trotzdem fragen sich natürlich einige Nachrichtenanbieter, woher Google die Autorität für das Ranking der Nachrichten und damit für die Beurteilung deren Bedeutung nimmt.
Die Nachrichtenbranche befindet sich in einem Zustand der Schwebe, mit steigenden Sorgen über steigende Kosten und ausbleibender Einnahmen wegen der wachsenden Überhand der kostenfreien Nachrichtenverbreitung. Googles Einfluss der Nachrichtenverbreitung wird künftig dagegen sehr wahrscheinlich gewaltig zunehmen.
Es bleibt zu hoffen, dass sowohl die traditionellen Verlege, als auch wegweisende Pioniere einen Weg der Zusammenarbeit finden, um den Verbraucher weiterhin mit qualitativ hochwertigen Nachrichten durch leicht zugängliche Quellen zu versorgen. Am besten immer dann wenn wir diese brauchen.