Dienstag, 3. Februar 2009Twitter – und was kommt jetzt?
3. Februar 2009Von SEO Consultant R.Falconer
Seit Twitter, die Networking- und Microblogging-Plattform, im Juli 2006 gestartet ist, legten die User der ersten Stunde eine etwas elitäre Einstellung an den Tag. Beim Versuch zu erklären, warum man nicht twittert konnte es schon mal zu dem einen oder anderen verständnislosen, wenn nicht sogar spöttischen Blick kommen. Jetzt aber treten die britischen Comedians Stephen Fry und Jonathan Ross auf die Social-Media-Bühne und verleihen möglicherweise Twitter den nötigen Schwung, um es populär zu machen.
Während des US-Wahlkampfes, im vergangenen Jahr, nutzte Barack Obama verschiedene Social Media-Plattformen, um so sein Online-Profil zu pushen. Schnell wurde er zu dem Twitter-User, der am meisten Interesse auf sich zog. Die Publikumswirksamkeit der Seite war gut – hätte aber besser sein können, wenn Barack Obama selbst getwittert hätte und nicht nur sein PR-Team.
Im Gegensatz dazu steht die Story um Jonathan Ross. Er wurde bei BBC gefeuert und moderiert seitdem die berühmt-berüchtigte Radio-Show, in der er und Russell Brand obszöne Nachrichten auf dem Anrufbeantworter von Prominenten hinterlassen.
Während seiner Jobsuche, wurde Ross von seinem Freund Stephen Fry, einem Vollblut-Computerfreak und bekennenden Twitterer, in die Welt des Twitterns eingeführt. Fry und Russel nutzen den Service genau dafür, wofür es eigentlich auch gedacht ist: Zum regelmäßigen Twittern ihrer persönlichen Gedanken zur Freude Ihrer Anhänger. Wenn man das Twitter-Verhalten von Obama, Fry und Russel vergleicht, entdeckt man gewaltige Unterschiede in der Nutzung.
Es ist ganz offensichtlich: Fry und Ross sind beide hoffnungslos süchtig. Fry postet ständig von seinem Handy und von anderen Online-Applikationen aus, um die Twitter-API zu nutzen. Ross bezeichnet sich selbst als den „Twitter Detektiv Nummer eins“ – denn er versucht herauszufinden, ob andere berühmte Twitter-User wirklich die User sind, die sie behaupten zu sein oder einfach nur „Fakelebrities“.
In der Show „Friday Night“ stellen Fry und Ross das Twitter-Konzept verschiedenen Stars vor und könnten damit möglicherweise ein Schneeball-System auslösen. Je mehr Stars Twitter nutzen, desto bekannter wiederum wird das Twittern.
Aber werden sie dann auch über ihr Liebesleben via Twitter sprechen? Schon möglich – sehr wahrscheinlich sogar. Und sie werden große Anerkennung dafür bekommen, wenn sie es in einer Art und Weise tun, die weder Verständnislosigkeit noch Spott hervorruft.
Angenommen, dass die Infrastruktur von Twitter bestehen bleibt – in der Vergangenheit gab es das eine oder andere Problem – und Twittern populärer würde, wie wird es dann weitergehen? Zusammen mit Facebook sowie anderen „Web 2.0.“-Applikationen und Social Networks wird Twitter eine immense User-Gemeinde hinzugewinnen. Allerdings verdienen sie momentan noch kein Geld damit und die Betreiber haben auch noch keinen Plan, wie das geschehen könnte. Jemand sollte sich einmal überlegen, wie diese riesige Menge an
Traffic in Geld umgewandelt werden kann. Derjenige, der herausbekommt, wie Geld mit Twitter zu verdienen ist, wird bald sehr reich werden.
Bis 2000 war
Google in einer ähnlichen Situation. Die Internet-Blase platzte und die Gründer mussten dringend Geld aus dem beliebten Service herausholen. Die Gründer Larry Page und Sergey Brin wollten nicht nur einfache Banner auf ihren Seiten haben, wie es andere Suchmaschinen nutzten. In diesem Jahr kopierten sie das Overture-Advertising Model, um ihr jetzt allgegenwärtiges Adwords-System der Werbung zu entwickeln. Der Rest ist Geschichte. Können die Social-Media-Seiten die Geschichte wiederholen?