Dienstag, 3. August 2010Briten wollen nicht für Inhalte im Netz zahlen

Auslöser der Umfrage über die Zahlbereitschaft für Internet-Inhalte war wahrscheinlich die kürzlich vorgenommene Umstellungs des Online-Portals der Times in ein “pay to play”- Modell. Befragt wurden insgesamt 5,627 Internetnutzer in insgesamt 22 Ländern.
Während die Ergebnisse von Land zu Land unterschiedlich ausfielen, zeigte sich, dass gerade bei den britischen Nutzern die Geldbörse am wenigsten locker sitzt, wenn es um den Zugang zu bezahlten Inhalten im Web geht. 81 Prozent der Befragten gaben an, sie würden eher eine andere kostenlose Seite besuchen als zu bezahlen.
Im Durchschnitt wären 43 Prozent der Nutzer bereit für regelmäßig besuchte Seiten zu bezahlen. Im asiatisch-pazifischen Raum ergab sich sogar ein Höchstwert von 59 Prozent.
Die Briten bevorzugen hingegen kostenlose Webinhalte, 75 Prozent der Befragten haben lieber werbefinanzierte Inhalte und 48 Prozent haben nichts gegen eine Registrierung ihrer persönlichen Daten.
“Die britischen Konsumenten haben sich bis jetzt nicht mit der Idee der Gebührenpflicht im Internet angefreundet und verdeutlichten ihren Standpunkt, indem sie eher auf andere Seiten ausweichen würden, falls Kosten für Inhalte erhoben werden“, so Tudor Aw, Leiter der Technologieabteilung bei KPMG Europe.
“Die Menschen wollen für das Internet nichts bezahlen, werden aber immer flexibler, wenn es darum geht, mit Werbung konfrontiert zu werden oder sich mit persönlichen Daten zu registrieren“, fügt er hinzu.
“Dieser Trend setzt sich schon seit ein paar Jahren fort und agiert so auch als Hinweis darauf, welches Model, kostenpflichtig oder werbefinanziert, sich in Zukunft durchsetzen wird.“
Die Studie zeigte, dass 74 Prozent der britischen Nutzer nichts gegen Reklame haben, solange die Inhalte kostenlos bleiben, 56 Prozent befürworten dasselbe Geschäftsmodell auch bei Mobiltelefonen.