Dienstag, 8. Juni 2010Vorsicht beim Twittern: Ein wegen Bomben-Witz Verurteilter geht in Berufung

Angeblich wollte Paul Chambers aus Doncaster nur ein bisschen Dampf ablassen, nachdem der Flughafen Robin Hood in Yorkshire im Januar dieses Jahres gesperrt wurde. Immerhin war er kurz davor, sich mit einer Internet-Bekanntschaft in Belfast zu treffen.
Die darauf folgenden fünf Monate waren allerdings nicht mehr so witzig: Chambers wurde im Rahmen des Absatzes 127 des „Communications Act“ von 2003 wegen Versendung einer bedrohlichen Nachricht verurteilt. Eine Strafe von 1,000 Pfund kam noch hinzu, sowie ein Eintrag ins Vorstrafenregister beim Amtsgericht von Doncaster.
Seit dem Urteil stellen sich andere Twitterer,
Blogger und jede Menge Internet-Kommentatoren hinter der neuen Gallionsfigur und versichern ihre Unterstützung im Falle einer Berufung. Allen Green, Anwalt, Blogger und Betreiber der Seite „Jack of Kent“ bot Chambers sogar seine Dienste bei der Koordination des Revisionsprozesses an.
„Ich glaube wir können optimistisch sein, dass Paul im Berufungsverfahren erfolgreich sein wird, allerdings ist das keine Garantie“, schrieb Green in einem
Blog über das aktuelle Verfahren.
Ebenso beschreibt er den zuständigen Rechtsanwalt Stephen Ferguson als „einen der im Vereinigten Königreich gefragtesten und besten Berufungsverteidiger.“
Befürworter des Angeklagten haben längst ein Spendenkonto für die Berufung angelegt.
Den Tweet um den es sich dreht, postete Chambers nach der Sperrung des Flughafens. Darin schrieb er: „Mist, der Robin Hood Flughafen ist gesperrt. Ihr habt eine gute Woche um das wieder in Ordnung zu bringen, sonst spreng ich den Flughafen in die Luft.“ Der Tweet hatte wahrscheinlich damit zu tun, das Chambers fliegen wollte, um eine Internetbekanntschaft zu treffen, die er auf der Twitter kennengelernt hatte.
Bei seinem Gerichtstermin sagte Chambers: „Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass jemand vom Robin Hood Flughafen meinen Tweet liest oder ihn ernst nimmt, es war ja eine total harmlose Übertreibung.”
Viele sehen die Geschichte als absolut harmlos an, in der Berufung hofft Chambers, werden die Richter hoffentlich derselben Meinung sein.
Ganz egal was bei der Sache rauskommt, eine gute Seite hat das Ganze jetzt schon: Chambers und die Dame, welche er treffen wollte sind sich während des ganzen Debakels wohl näher gekommen.